Veranstaltung: | Landesparteitag S-H Dezember 2024 |
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Tagesordnungspunkt: | 4.5 Listenplatz 6 |
Antragsteller*in: | Alexander Harder (KV Stormarn) |
Status: | Eingereicht |
Eingereicht: | 04.12.2024, 00:39 |
B14: Alexander Harder
Selbstvorstellung
Liebe Freundinnen und Freunde,
es erfüllt mich mit großer Demut und tiefer Entschlossenheit, mich heute vor euch für die Wahlliste der Grünen zur Bundestagswahl zu bewerben. Ich trete an, weil ich überzeugt bin: Unsere Zeit braucht eine klare politische Führung – einen Kompass, der Freiheit, Demokratie und Sicherheit als unverhandelbare Werte versteht.
Der Krieg in der Ukraine hält uns seit fast drei Jahren vor Augen, wie zerbrechlich unsere Weltordnung ist. Dieser Krieg ist nicht nur ein Angriff auf ein Land, sondern auf die Werte, die unsere Gesellschaft ausmachen: Selbstbestimmung, Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde. Sein Ausgang wird die Zukunft Europas und unserer freiheitlichen Gesellschaft entscheidend prägen. Doch ich sage klar: Wenn wir Deutsche unsere Verantwortung in Europa nicht wahrnehmen – eine Verantwortung, die unsere Partner von uns erwarten –, dann droht Europa auseinanderzubrechen. Hier und jetzt werden die Weichen gestellt. Und ich will mit euch gemeinsam dafür sorgen, dass sie in die richtige Richtung weisen.
Warum ich kandidiere
Europa, Demokratie und der entschlossene Kampf gegen autoritäre Systeme sind meine politischen Schwerpunkte. Diese Themen sind für mich nicht abstrakt – sie sind zutiefst persönlich. Seit 2007 bin ich mit der klügsten und mutigsten Ukrainerin verheiratet, die ich kenne. Mit ihr habe ich erlebt, was es bedeutet, für Freiheit und Selbstbestimmung zu kämpfen.
Ich erinnere mich, wie ich einen Tag nach der Flucht von Janukowytsch in Kiew landete. Die Stadt atmete für einen kurzen Moment auf. Die Menschen spürten, was es bedeutet, durchzuatmen, was es heißt, die Freiheit in Frieden zu fühlen. Dieser Moment, so flüchtig er auch war, hat mich tief geprägt. Denn in der Erleichterung der Menschen lag auch die Erkenntnis, wie zerbrechlich diese Freiheit ist und wie viel Mut es braucht, sie zu verteidigen.
2021 kehrten wir nach der Corona-Pandemie zum ersten Mal in die Ukraine zurück. Putins Truppen standen bereits angriffsbereit an den Grenzen. Als wir nach drei Wochen nach Hause fuhren, beschlich mich ein bedrückendes Gefühl: „Hier beginnt etwas.“ In den Monaten bis Februar 2022 verfolgte ich die diplomatischen Bemühungen – doch mir war klar, dass sie ins Leere laufen würden. Putin hätte viel früher gestoppt werden müssen, doch die Welt wollte die Warnungen nicht hören.
Am 24. Februar 2022 um 5:30 Uhr begann für mich und meine Familie der Krieg. Ein Anruf meiner Schwiegermutter riss uns aus dem Schlaf: „Die Russen haben angegriffen. Es brennt. Wir sind im Keller.“ Mein Schwiegervater schloss sich der Territorialverteidigung an und kämpfte aktiv gegen russische Panzerkolonnen. Wir verloren Freunde, gute Freunde, die jahrelang Teil unseres Lebens waren. Dieser Krieg hat nicht nur die Ukraine verändert – er hat auch mein Leben und das meiner Familie geprägt.
Was mich antreibt
Lange bevor die deutsche Politik die Dringlichkeit erkannt hat, habe ich die Ukrainerinnen und Ukrainer unterstützt – im Wissen, dass ihr Kampf auch unserer Freiheit gilt. Diese Haltung leitet mich bis heute. Seit 2004 bin ich Mitglied bei den Grünen, habe als bürgerliches Mitglied und später Stadtverordneter in Reinbek angefangen, seit 2023 vertrete ich unseren Kreisverband im Kreistag von Bad Oldesloe. Unser Team hat bei der Wahl 19,97 % der Stimmen geholt – ein starkes Mandat, das mich motiviert, weiter Verantwortung zu übernehmen.
Doch ich trete hier nicht an, um alte Erfolge zu feiern. Ich trete an, weil ich überzeugt bin: Der Kampf gegen autoritäre und totalitäre Umtriebe ist nicht vorbei – nicht in Europa, nicht in der Welt und auch nicht in unserem eigenen Land. Wir sehen, wie Rechtspopulisten und Autokraten versuchen, unsere Gesellschaft zu spalten. Unsere Antwort darauf muss klar und unmissverständlich sein: Wir verteidigen unsere Demokratie – entschlossen, mutig und wehrhaft.
Meine Ziele
Als Abgeordneter möchte ich drei Prioritäten setzen:
- Ein starkes, vereintes Europa. Nur ein Europa, das geschlossen auftritt, kann Frieden, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit voranbringen. Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir autoritären Regimen mit einer geeinten Außenpolitik entgegentreten.
- Eine wehrhafte Demokratie. Wir dürfen Extremismus und antidemokratischen Kräften keinen Raum geben. Das gilt im Bundestag genauso wie auf der Straße. Demokratie ist kein Selbstläufer – sie ist eine tägliche Aufgabe, und ich werde meinen Beitrag leisten.
- Eine grüne, zukunftsorientierte Politik.Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit sind keine Gegensätze, sondern unsere gemeinsame Aufgabe. Ich will eine Politik, die mutig und pragmatisch zugleich ist – die Zukunft sichert, ohne die Menschen zurückzulassen.
Ein gemeinsamer Auftrag
Ich trete an, weil ich zuhören will – den Menschen, die sich nach Sicherheit und Perspektiven sehnen. Ich trete an, weil ich handeln will – für eine Politik, die mutig Verantwortung übernimmt. Und ich trete an, weil ich daran glaube, dass wir gemeinsam etwas bewegen können.
Lasst uns für ein starkes, freiheitliches Europa kämpfen. Lasst uns für eine wehrhafte Demokratie eintreten. Und lasst uns dafür sorgen, dass die Grünen weiterhin die Kraft sind, die Wandel und Gerechtigkeit vereint.
- Alter:
- 48
- Geburtsort:
- Hamburg-Barmbek