Veranstaltung: | Landesparteitag S-H Dezember 2024 |
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Tagesordnungspunkt: | 4.2 Listenplatz 3 |
Antragsteller*in: | Denise Loop (KV Dithmarschen) |
Status: | Eingereicht |
Eingereicht: | 03.12.2024, 15:06 |
B9: Denise Loop
Selbstvorstellung
Liebe Freundinnen und Freunde,
Vor nicht ganz vier Jahren habe ich mich entschieden, für den Deutschen Bundestag zu kandidieren. Mein Ziel war es, nicht nur ehrenamtlich, sondern mit ganzer Kraft in Berlin für eine progressive Sozial- und Gesellschaftspolitik einzutreten.
Dafür habt ihr mir euer Vertrauen geschenkt und mich auf dem Listenplatz 5 in den Bundestag geschickt.
Doch die Welt hat sich seitdem verändert. Der Angriffskrieg auf die Ukraine hat für politische Herausforderungen gesorgt und wird dies auch weiterhin tun. Viele Dinge, die wir uns im Koalitionsvertrag vorgenommen hatten, sind erstmal politisch in den Hintergrund gerückt. Sicherheitspolitik und Debatten zur Energiewende standen im Fokus und das war richtig so. Denn wir mussten die Energieversorgung des Landes sicherstellen.
Gleichzeitig wurden viele unserer Forderungen durch Kürzungsansätze des Koalitionspartners in Frage gestellt. Statt z.B. über eine auskömmliche Kindergrundsicherung zu sprechen, mussten wir immer wieder gegen menschenfeindliche FDP-Erzählungen über arme Menschen andiskutieren. Diese Diskussionen wurden nicht sachlich, sondern auf Basis von Stereotypen geführt. Der Umgang in der politischen Diskussion hat sich generell verändert. Wir Bündnisgrüne sind zum Feindbild schlechthin geworden. Dabei sind nicht unsere Lösungsvorschläge das Problem, sondern die feindselige Debattenkultur.
In meiner Zeit als Abgeordnete musste ich Entscheidungen treffen und Diskussionen führen, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich dies in der Art und Weise tun muss. Ich bin ehrlich: Diese Verantwortung hat mich an meine persönlichen Grenzen gebracht. Aber ich habe gelernt: Mit klarer Haltung und einem bündnisgrünen Wertekompass kann man auch im schwierigen Fahrwasser einer Ampelkoalition einiges erreichen.
Unsere Partei war mir dabei stets ein sicherer Hafen. Auf eure konstruktiven Rückmeldungen - auch zu den schwierigen Entscheidungen – konnte ich mich immer verlassen. Der Austausch mit euch war für mich eine wertvolle Rückversicherung für meine politische Arbeit und eure Anregungen eine Bereicherung für meine Tätigkeit. Gemeinsam haben wir dafür gesorgt, dass unser Einsatz für eine chancengerechte und diskriminierungsfreie Welt nicht einfach von der Agenda genommen wurde. Dafür habe ich auch als Obfrau im Ausschuss für Familie, Senior*innen, Frauen und Jugend gesorgt, indem ich unsere Themen immer wieder auf die Tagesordnung gesetzt habe.
Ohne unseren Bündnisgrüne Einsatz hätte es diese Erfolge nicht gegeben:
- die Abschaffung der Kostenheranziehung in der Kinder- und Jugendhilfe – junge Menschen, die in der Jugendhilfe oder in Pflegefamilien leben, dürfen nun ihr Gehalt bei einer Ausbildung behalten
- das Freiwilligenteilzeitgesetz
- die Herabsenkung des Wahlalters auf 16 Jahre bei der Europawahl
- das KiTa-Qualitätsgesetz
- das Selbstbestimmungsgesetz!
Ich bin deshalb überzeugt, wir brauchen mehr bündnisgrüne Politik in Deutschland. Deswegen kandidiere ich erneut und bewerbe mich auf Listenplatz 3.
Jetzt erst recht: Frauenrechte und sexuelle Selbststimmung stärken
Mit der Abschaffung von §219a und dem Verbot der sogenannten Gehsteigbelästigung haben wir einiges erreicht, doch von sexueller Selbstbestimmung sind wir leider immer noch weit entfernt! In Deutschland steht der Schwangerschaftsabbruch immer noch unter Strafe und ist nur unter bestimmten Bedingungen straffrei. Ich unterstütze den Gruppenantrag zu Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs aktiv und setze mich dafür ein, dass zumindest Abbrüche innerhalb der ersten 12. Wochen legalisiert werden
Es ist Zeit, endlich den Zugang zu reproduktiver Gesundheit zu entstigmatisieren und klare, fortschrittliche Regelungen zu schaffen!
Jetzt erst recht: Mehr Schutz vor Gewalt!
Gewalt gegen Frauen muss ein Ende haben! Aktuelle Zahlen zeigen, dass in Deutschland fast jeden Tag eine Frau aufgrund ihres Geschlechts ermordet wird. Alle drei Minuten erlebt eine Frau Partnerschaftsgewalt.
Für mich ist klar: Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache. Sie ist ein strukturelles Problem und deswegen brauchen wir auch strukturelle Lösungen.
Wir brauchen ausreichend Schutzräume, wie Frauenhäuser und Frauenschutzwohnungen, und genügend Beratungsangebote. Das geht nur mit einer auskömmlichen Finanzierung. Umso wichtiger ist, dass wir das Gewalthilfegesetz jetzt noch in dieser Legislatur beschließen! Gleichzeitig brauchen wir mehr Präventionsmaßnahmen und eine klare Haltung in der gesamten Gesellschaft. Problematische Männlichkeitsbilder müssen strukturell hinterfragt werden - und das möglichst frühzeitig. Es ist Zeit, den Fokus auf die Täter zu richten und Verantwortung einzufordern. Ich setze mich dafür ein, die Täterarbeit bundesweit auszubauen, und soziale Verhaltenstrainings im Kontext häuslicher Gewalt verpflichtend vorzugeben.
Jetzt erst recht: Eine starke Stimme für Kinder und Jugendliche in diesem Land.
Aktuell sind jedes vierte Kind und jeder vierte Jugendliche von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das ist in einem so reichen Land wie Deutschland nicht hinnehmbar. Kinder und Jugendliche sind nicht nur unsere Zukunft, sondern die Gegenwart. Wir müssen den Kampf gegen Kinderarmut weiter aufnehmen, Unterstützungsangebote vom Staat bündeln und leichter zugänglich machen und damit endlich für echte Chancengerechtigkeit sorgen.
Außerdem möchte ich mich weiterhin dafür einsetzen, dass wir das Wahlalter auch bei der Bundestagswahl auf 16 Jahre abgesenkt wird und wir endlich Kinderrechte im Grundgesetz verankern.
Es bleibt viel zu tun. Wir müssen Vertrauen in Politik zurückgewinnen und zeigen, dass wir bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. „Jetzt erst recht!“ heißt für mich, nicht weiterzumachen wie bisher, sondern neue Wege zu gehen und mutige Entscheidungen zu treffen. Diese Haltung macht uns Bündnisgrüne aus – und treibt mich persönlich an. Nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern Verantwortung übernehmen, um Schritt für Schritt zum Ziel kommen. Das ist meine Devise!
Dafür bitte ich erneut um eure Stimme und um euer Vertrauen!
Für eine Politik, die Lust auf Zukunft macht!
Eure Denise
Über mich:
Denise Loop
*30 Jahre alt
Arbeiter*innenkind
Staatlich anerkannte Sozialarbeiterin
Seit 2016 bei Bündnis 90/Die Grünen
Seit 2021 Mitglied des Deutschen Bundestags, Obfrau im Ausschuss für Familie, Senior*innen, Frauen und Jugend
Beruflich:
Ambulante Hilfen Stiftung Drachensee Kiel -Wohnen und Arbeiten für Menschen mit Behinderungen
AWO Kiel – Offener Kinder- und Jugendtreff „KicK“
Fachdienst Sozialpädagogische Hilfen/Jugendamt Kreis Dithmarschen
Ansonsten:
Pfadfinderin
Mitglied bei Ver:di; Kinderschutzbund Itzehoe e.V., netzbegruenung e.V.
Kontakt:
Instagram: denise.loop
015780490173
Bewerbung in einfacher oder leichter Sprache
Liebe Freundinnen und Freunde,
Vor fast vier Jahren habe ich gesagt, dass ich im Deutschen Bundestag arbeiten möchte. Der Bundestag ist das Parlament in Deutschland. Dort arbeiten die Abgeordneten, die von den Bürgern gewählt werden. Ich wollte mich für eine bessere Gesellschaft einsetzen.
Ihr habt mich auf Platz 5 gewählt.
Aber die Welt hat sich verändert. Der Krieg in der Ukraine hat viele Probleme gebracht. Andere Themen wurden wichtig. Wir mussten uns um die Sicherheit und die Energieversorgung kümmern.
Gleichzeitig wurden viele unserer Ideen in Frage gestellt. Unsere Partner wollten nicht mehr über gute Unterstützung für Kinder sprechen. Sie haben falsche Geschichten über arme Menschen erzählt. Diese Diskussionen waren oft unfair. Die Art, wie wir miteinander reden, hat sich verändert. Auch wir von den Grünen sind oft das Ziel von Angriffen geworden. Das Problem sind nicht unsere Ideen. Das Problem ist die feindliche Art der Diskussion.
In meiner Zeit als Abgeordnete musste ich Entscheidungen treffen. Diese waren oft anders, als ich gedacht hatte. Diese Verantwortung war manchmal sehr schwer für mich. Aber ich habe gelernt, dass man auch in schwierigen Zeiten viel erreichen kann, wenn man klare Werte hat.
Unsere Partei war für mich immer ein sicherer Ort. Ich konnte mich auf eure Rückmeldungen verlassen. Der Austausch mit euch hat mir geholfen und eure Ideen waren wichtig für meine Arbeit. Gemeinsam haben wir dafür gesorgt, dass unsere Themen nicht einfach vergessen wurden. Ich habe dafür gesorgt, dass wir über wichtige Themen im Ausschuss für Familie, Frauen und Jugend sprechen.
Ohne unseren Einsatz hätten wir diese Erfolge nicht erreicht:
Die Abschaffung der Kosten für die Kinder- und Jugendhilfe – junge Menschen dürfen jetzt ihr Geld behalten.
Das Gesetz für freiwillige Teilzeit.
Das Wahlalter für die Europawahl wurde auf 16 Jahre gesenkt.
Das Gesetz für bessere Qualität in Kitas.
Das Selbstbestimmungsgesetz!
Ich bin überzeugt, dass wir mehr grüne Politik in Deutschland brauchen. Deshalb kandidiere ich wieder und möchte auf Platz 3 gewählt werden.
Jetzt erst recht: Frauenrechte und sexuelle Selbstbestimmung stärken.
Wir haben viel erreicht, aber wir sind noch nicht am Ziel! In Deutschland ist der Schwangerschaftsabbruch immer noch strafbar, außer unter bestimmten Bedingungen. Ich setze mich dafür ein, dass Abbrüche in den ersten 12 Wochen legal sind.
Es ist Zeit, den Zugang zu Gesundheit für Frauen zu verbessern und klare Regeln zu schaffen!
Jetzt erst recht: Mehr Schutz vor Gewalt!
Gewalt gegen Frauen muss aufhören! In Deutschland wird fast jeden Tag eine Frau wegen ihres Geschlechts getötet. Alle drei Minuten erlebt eine Frau Gewalt in der Partnerschaft.
Für mich ist klar: Gewalt gegen Frauen ist kein persönliches Problem. Es ist ein großes Problem in der Gesellschaft. Wir brauchen mehr Schutzräume, wie Frauenhäuser, und mehr Beratungsangebote. Das geht nur mit genug Geld. Wir müssen das Gewalthilfegesetz jetzt beschließen! Außerdem brauchen wir mehr Prävention und eine klare Haltung in der Gesellschaft. Wir müssen problematische Männlichkeitsbilder hinterfragen. Es ist Zeit, die Täter in den Fokus zu rücken und Verantwortung zu fordern. Ich setze mich dafür ein, dass Täterarbeit bundesweit ausgebaut wird.
Jetzt erst recht: Eine starke Stimme für Kinder und Jugendliche.
Jedes vierte Kind und jeder vierte Jugendliche ist von Armut bedroht. Das ist in einem reichen Land wie Deutschland nicht akzeptabel. Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft. Kinder und Jugendliche sind unsere Gegenwart. Wir müssen den Kampf gegen Kinderarmut weiterführen und die Unterstützung vom Staat einfacher machen.
Ich möchte mich auch dafür einsetzen, dass das Wahlalter bei der Bundestagswahl auf 16 Jahre gesenkt wird. Ich möchte dafür einsetzen, dass Kinderrechte im Grundgesetz stehen.
Es gibt noch viel zu tun. Wir müssen das Vertrauen in die Politik zurückgewinnen und zeigen, dass wir Verantwortung übernehmen. „Jetzt erst recht!“ bedeutet für mich, neue Wege zu gehen und mutige Entscheidungen zu treffen. Das ist, was uns Grüne ausmacht und was mich antreibt. Ich möchte Verantwortung übernehmen, um Schritt für Schritt unser Ziel zu erreichen.
Dafür bitte ich wieder um eure Stimme und euer Vertrauen!
Für eine Politik, die Lust auf Zukunft macht!
Eure Denise
- Alter:
- 30
- Geburtsort:
- Itzehoe